Taichi / Taijiquan
Taichi ist eine jahrhundertealte chinesische Bewegungsform, die Elemente der Kampfkunst, der Meditation, der chinesischen Medizin und der taoistischen Philosophie in sich vereint.
Der Name Taichi oder auch Taijiquan setzt sich zusammen aus "quan" die Faust, was für die Kampfkunst steht und dem Begriff Taiji. Taiji bedeutet die "höchste Spitze" und bezeichnet die letzte Wirklichkeit, den Urgrund allen Seins.
Das
bekannte Symbol für Taiji steht für die ständige Wandlung
der Gegensätze Yin und Yang. Im Taijiquan bildet der Mensch eine
Verbindung zwischen Himmel und Erde und somit eine Einheit zwischen Yin
und Yang. In den Bewegungen des Taijiquan findet ein steter Wandel von
Yin zu Yang statt, jede Bewegung harmonisiert das Yin und das Yang im
Körper des Übenden.
Durch
die langsamen, weichen und fließenden Bewegungen und die Konzentration
auf den Körper werden Körper und Geist harmonisiert. Taijiquan
führt zu einer bewußten Auseinandersetzung mit dem Körper
und macht einem die eigene 'Haltung' im Umgang mit dem Alltag bewußt.
So fördert Taijiquan sowohl körperliche Gesundheit als auch
seelische Ausgeglichenheit, Ruhe, Konzentration und Ausdauer. Durch die
Sanftheit der Bewegungen eignet es sich für alle Altersklassen.
Taijiquan unterscheidet sich von herkömmlicher Gymnastik oder Sport u.a. dadurch, daß die Bewegungen mit einem geringsten Aufwand an Muskelkraft ausgeführt werden. Die Körperhaltung im Taijiquan ist aufrecht, die Bewegungen werden langsam und konzentriert ausgeführt und für Außenstehende mutet seine Leichtigkeit oft wie ein ästhetischer Tanz an.
Der
Ursprung des Taijiquan ist wissenschaftlich ungeklärt. Der Legende
zufolge wurde es von dem Mönch Zhang Sanfeng (ca. 12 Jh.) aus den
Wudang-Bergen entwickelt, der den Kampf zwischen einem Kranich und einer
Schlange beobachtete und daraufhin die Taichi-Form entwickelte. Taijiquan,
das ursprünglich als Verteidigungskampfkunst diente, wurde nach dem
17 Jh. als familiengebundene Geheimlehre weitergegeben. Erst ab dem 19
Jh. wurden auch Außenstehende in diese Kunst eingewiesen.
So entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte 5 große Stile, die
die Namen von Familien tragen: Chen-, Yang-, Wu-, Wu-, und Sun-Stil. Innerhalb
dieser 5 Stilrichtungen gibt es wiederum Unterschiede. Im Westen findet
der Yang-Stil in verschiedenen Ausprägungen am meisten Verbreitung.
Die meisten Stile sind heute in erster Linie auf den gesundheitsfördernden
Aspekt ausgerichtet.
In den verschiedenen Stilen des Taijiquan werden Bewegungen in einer festgelegten Abfolge, der "Form" ausgeführt. Darüber hinaus gibt verschiedene Waffenformen (Schwert, Säbel, Stock, Fächer, Speer etc.) sowie Partnerübungen.
Man kann Taijiquan als Gesundheitsübung, als Meditation, als Entspannungsübung, als Kunst der Selbstverteidigung oder aus Freude an der Ästhetik der Bewegungen üben und allem voran, um etwas über sich selber zu lernen.
"Wer Taichi regelmäßig übt, erlangt die Geschmeidigkeit
eines Kindes, die Gesundheit eines Holzfällers und die Gelassenheit
eines Weisen."
chin. Spruchweisheit

